Mit Droste im Glashaus

Ausstellung in der Titanickhalle am Hawerkamp 31 Münster

23. August 22. September 2019

Samstag & Sonntag: 15–19 Uhr

 

Künstler*innen: Salomé Berger, Alice D. Bleistein, Susanne von Bülow, Johannes Dreyer, Natalie Hansen, Christoph Otto Hetzel, Kirsten & Peter Kaiser, Ruppe Koselleck, Kunstgruppe Ernst featuring El Loco, Anna Lisei Math, Kirsten Mühlbach, Candia Neumann & Ragnar Kopka, Norbert Nowotsch, Thomas Prautsch, Beate Reul-Knebel, Christiane Schöpper und Udo Weiße.

 

Es werden zudem ausgewählte, in Zusammenarbeit des Projektes mit mehreren Schulen im Münsterland entstandene Workshop-Arbeiten gezeigt.

Impressionen der Ausstellung in der Titanickhalle Münster, Copyright: Claudia Ehlert & Ralf Emmerich.

 

Wegen Umbau geöffnet – Wüste Welt, Paterland und der Traum vom anderen Raum

 

Die vorerst letzte Etappe des intermedialen Ausstellungs- und Veranstaltungsprojektes "Mit Droste im Glashaus" in Münster steht unter dem Motto Wegen Umbau geöffnet – Wüste Welt, Paterland und der Traum vom anderen Raum. Umbau bedeutet Lärm, Schmutz, Unbequemlichkeit, Chaos – das alles darf und soll im Rahmen von "Mit Droste im Glashaus III" seinen Platz haben. Umbau birgt aber auch die Möglichkeit, gegebene Räume zu verändern, Mauern einzureißen, Öffnungen zu schaffen, wo vorher nur Wände und andere Begrenzungen waren.

 

Auch im Finale des Projekts geht es um das Experiment, das ‚westfälisch-katholische Adelsfräulein‘ an einen anderen, gerade nicht ‚droste-affinen‘ Ort zu bringen. Und wieder liegt die Herausforderung darin, diesen anderen Ort bei der künstlerischen Interpretation konzeptionell mitzudenken. Der Hawerkamp 31, einst Betonwerk, heute ein Zentrum der alternativen Kultur, ist ein dynamischer Ort mit vielen Ecken und Kanten. Das besondere Profil dieses Ortes veranlasst uns zu der Frage, wie Annette von Droste-Hülshoff die in ihrer Zeit vorgefundenen (gesellschaftlichen) Räume nicht nur spiegelt, sondern visionär erweitert und transformiert.

 

 Rita Morrien

Ausstellung im Baumberger-Sandstein-Museum Havixbeck

26. April – 2. Juni 2019

Künstler*innen: Bodil Edmar Kerstin, Christoph Otto Hetzel, Kirsten & Peter Kaiser, Ragnar Kopka & Candia Neumann, Ruppe Koselleck, Martina Lückener & Benedikt Burghoff, Kirsten Mühlbach, Kunstgruppe Ernst, Norbert Nowotsch, Beate Reul-Knebel, Stefan Rosendahl, Christiane Schöpper, Stephanie Sczepanek und Volker Wessendorf.

Impressionen der Ausstellung im Baumberger-Sandstein-Museum Havixbeck, Copyright: Claudia Ehlert.

 

Wasser und Stein, das Flüssige und das Feste

 

Frauen, die auf Steine klopfen, suchen etwas, das verborgen ist.

Frauen, die am Wasser gehen, wissen mehr und anderes.

 Frauen, die schreiben, bringen das Feste zum Fließen.

 

Annette von Droste-Hülshoff, auf einer Wasserburg geboren und am Bodensee gestorben, hatte zeitlebens eine Affinität zum Flüssigen und zum Festen, zu Wasser und Stein. Von dieser Vorstellung gehen wir in der zweiten Etappe des intermedialen Kunstprojektes „Mit Droste im Glashaus – 21 Künstlerinnen und Künstler werfen Blicke“ aus. Das Baumberger-Sandstein-Museum Havixbeck wird die Ausstellung und Veranstaltungsreihe beherbergen, handelt es sich doch um einen Ort, der Kunst und Handwerk, die Geschichte der Steinkunst und aktuelle Perspektiven der (künstlerischen) Arbeit mit Stein verbindet.

 

Als junge Frau zog Annette von Droste-Hülshoff gern in die Steinbrüche, um nach Fossilien und anderen verborgenen Einschlüssen zu forschen. Viele ihrer Gedichte, allen voran „Die Mergelgrube“ und „Der Hünenstein“, zeugen von diesem Drang, das Feste und Starre aufzubrechen und zu dynamisieren. Und häufig geht es auch darum, aus den Spuren vergangener Zeiten zu lesen und von den ‚Fußabdrücken‘ früherer Generationen auf die Beschaffenheit des Jetzt und mögliche Zukunftsszenarien zu schließen. Ähnlich verhält es sich mit dem Medium Wasser, in dem Droste-Figuren ihr anderes Ich gespiegelt finden („Ledwina“), das als vitaler und (erotisch-)sinnlicher Raum der in Konventionen erstarrten Menschenwelt gegenüber gestellt wird („Die Wasserfäden“), aber auch als von Menschen bedrohte Idylle („Kinder am Ufer“) ins Spiel kommt.

 

Viele der Heimat- und Naturgedichte Droste-Hülshoffs offenbaren heutigen Leserinnen und Lesern eine erstaunliche hell- und weitsichtige Perspektive, wenn es um das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt geht. Die Dichterin wusste schon vor rund zweihundert Jahren, dass wir immer und überall Spuren hinterlassen – auch solche, die die Natur uns nicht verzeiht. Wenn wir heute von Spuren reden, können wir vieles assoziieren, müssen aber vor allem an unseren CO2-Fußabdruck denken. Und wenn wir heute ins Wasser sehen, tun wir das in dem Wissen, dass noch in den tiefsten Schichten unserer Ozeane Mikroplastik zu finden ist. Neben der grundsätzlichen Fragilität der menschlichen Existenz wird die zivilisationskritische Dimension von Droste-Hülshoffs Texten im Mittelpunkt der Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe stehen, die vom 26. April bis zum 2. Juni 2019 im Baumberger-Sandstein-Museum Havixbeck stattfindet.

 

Rita Morrien

 

Ausstellung auf Schloss Senden

30. September – 31. Oktober 2018

Künstler*innen: Bodil Edmar-Kerstin, Christoph Otto Hetzel, Ragnar Kopka, Franz Josef Kosel, Ruppe Koselleck, Monir Nikouzinat Monfared, Candia Neumann, Beate Reul-Knebel, Stefan Rosendahl, Sarah Schrot und Volker Wessendorf.

Impressionen aus der Ausstellung auf Schloss Senden, Copyright: Claudia Ehlert & Kilian Ziebarth.

Glas, Holz, Leinwand: In der Ausstellung zu „Mit Droste im Glashaus“ warfen die elf bildenden Künstlerinnen und Künstler Blicke in Werk und Modernität der großen Dichterin. Dabei griffen sie ein in den Ort Schloss Senden und nahmen Bezug auf die bewegte Geschichte des Wasserschlosses und seine Gebäudeteile aus verschiedenen Jahrhunderten. Kölner Decke und historische Tapete waren ebenso Bestandteile der Kunstwerke wie Gräfte und Mauerwerk – und die Elemente selbst: Wasser, Luft, Erde.